Ratgeber
Kennzahlen für Geschäftsführer: die 7 Zahlen, die Sie wirklich steuern müssen
Die meisten Reportings haben zu viele Zahlen und zu wenig Aussage. Aus 20 Jahren Finanzpraxis: Mehr als sieben Kennzahlen braucht kein Geschäftsführer im Monatsblick — diese sieben aber konsequent.
Die 7 Kennzahlen
Ihr Steuerungs-Cockpit
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1. Liquiditätsreichweite
Wie viele Wochen kommen Sie mit dem heutigen Bestand aus, wenn nichts mehr reinkommt? Die wichtigste Zahl überhaupt — vor allen anderen.
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2. Rohertragsmarge
Umsatz minus direkte Kosten, in Prozent. Reagiert sofort auf Preis- und Einkaufsfehler — Monate bevor das Ergebnis es zeigt.
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3. EBIT
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Die ehrlichste Antwort auf die Frage: Verdient das Geschäft eigentlich Geld?
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4. Forderungslaufzeit (DSO)
Wie viele Tage Ihr Geld bei Ihren Kunden liegt. Jeder Tag weniger ist Liquidität, die Sie nicht finanzieren müssen.
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5. Auftragsbestand / Pipeline
Der Blick nach vorn: Reicht das, was reinkommt, für die nächsten Monate? Frühwarnsystem für Umsatzlöcher.
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6. Personalkostenquote
Personalkosten im Verhältnis zum Rohertrag. Die Stellschraube, an der KMU am häufigsten zu spät drehen.
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7. Working Capital
Forderungen plus Bestände minus Lieferantenverbindlichkeiten. Hier liegt bei den meisten KMU stille Liquidität begraben.
Vom Wissen zum Steuern
Kennzahlen wirken nur mit Routine
Eine Kennzahl ohne Vergleichswert, ohne Trend und ohne Konsequenz ist Dekoration. Wirkung entsteht durch drei Dinge:
- Regelmäßigkeit: dieselben 7 Zahlen, jeden Monat, spätestens am 10.
- Kontext: Vergleich zu Vormonat, Vorjahr und Plan — erst der Trend erzählt die Geschichte.
- Konsequenz: jede Abweichung bekommt eine Entscheidung oder eine bewusste Nicht-Entscheidung.
Genau diesen Rhythmus baue ich mit meinen Kunden auf — als externes Controlling oder im Rahmen einer externen CFO-Begleitung.
FAQ
Häufige Fragen zu Kennzahlen
Für die Geschäftsführung: 3 bis 7. Alles darüber verwässert den Blick. Auf Abteilungsebene darf es detaillierter sein — aber das Cockpit des Geschäftsführers muss auf eine Seite passen.
Als Rohstoff ja, als Steuerungsinstrument nein: Die Standard-BWA kennt weder Ihren Auftragsbestand noch Ihre Liquiditätsreichweite, ist oft unsauber abgegrenzt und kommt zu spät. Die wichtigsten Zahlen eines Geschäftsführers stehen gar nicht in der BWA.
Mit der Liquiditätsreichweite. Sie ist in einer Stunde aufgesetzt, jede Woche in Minuten aktualisiert — und sie verhindert die einzige Krise, die ein Unternehmen sofort beendet: die Zahlungsunfähigkeit.
Nein. Für die ersten Monate reicht ein sauberes Excel-Modell mit Daten aus DATEV oder Ihrem ERP. Software wie Power BI oder LucaNet lohnt sich, wenn die Routine steht — nicht vorher.
Kennen Sie Ihre 7 Zahlen?
Wenn Sie zögern müssen: Lassen Sie uns Ihr Cockpit aufbauen — pragmatisch und in Ihren Systemen.